hier fehlt wohl etwas
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Silent Hill [PS]

So ruhig hier...

Silent Hill [PS]

Erscheinungsdatum: 01. August 1999

elShmuppo


Ich hätte den Begriff "Survival Horror" bisher eher mit vortgeschrittenen Leveln von "Burger Time" oder fiesen SHMUPs a la "Paranoia" in Verbindung gebracht , aber Dank der vereinten Kräfte von Husten,Schnupfen und Heiserkeit ans Bett gefesselt hatte ich genügend Zeit mich in die bizarre Welt von Silent Hill , einen Klassiker dieses Genres, zu vertiefen.

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Wo soll man beginnen ? Also der Abspann war auf jeden Fall nett animiert. Der Weg dahin hat mich 16 Stunden gekostet. Einen nicht gerade kleinen Teil dieser Zeit habe ich mich buchstäblich im Kreis gedreht, denn mit der Steuerung hatte ich anfänglich einige Probleme.

Da wäre zum einen die nicht verstellbare Kameraperspektive: in dem permanent in Nebel oder Dunkelheit getauchten Silent Hill war es kaum möglich sich ohne das Kartenmenü (mit Richtungspfeil) zu orientieren. Bei nahender Bedrohung wirkt zwar das lauterwerdende Rauschen des mitgeführten Kofferradios als Warnsignal, aber manchmal wird man aus dem Bildrand heraus geschnappt bevor man den Gegner erspähen kann.
Ein weiterer Punkt ist die Kampf-Option: man kann seine Feinde nicht direkt anvisieren und schießt und schlägt deshalb auch mal öfters daneben, was besonders bei mehreren anrückenden Gegnern zu Panikattacken führen kann.

Steuerung und Angriff sind also etwas gewöhnungsbedürftig, sorgen aber gleichzeitig für die unheimliche Atmosphäre die ganz klar den Charakter von Silent Hill ausmacht !
Diese Einschränkungen sind ganz offensichtlich beabsichtigt, neben dem Hinweis mit dem Rücken zur Wand zu stehen gibt es auch die Möglichkeit seitlich zu gehen. Ich habe diese Option allerdings nie benutz und habe eher, mit einem Blick auf die Map, die Flucht nach vorne ergriffen wenn mir die Feinde auf den Fersen waren.

Sobald man die komplexeren Gebäude betreten hat, fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf die eigentliche Geschichte, oder besser: man versucht die verstreuten Bruchstücke der Geschichte zusammenzusetzen.
Schnell wird klar dass die Komplexität des Albtraums mit Fortschreiten des Spiels weiter zunimmt. Statt klare Antworten zu finden eröffnen die zu lösenden Rätsel immer neue Abgründe, die den Spieler in seinen Bann ziehen. Die zu lösenden Aufgaben, die neben dem eigentlichen Überlebenskampf im Vordergrund stehen, erinnerten mich dann doch sehr an klassische Point + Klick Adventures.
Das fiel mir allerdings erst auf als mich diese schicke Kettensäge in einem Schaufenster anlächelte und ich eine Stunde lang vergeblich nach einem Benzin-Kanister gesucht habe.

Nach dem "benutze Buttermesser auf zweiköpfiges Eichhörnchen" Prinzip lassen sich einige Rätsel nur lösen, indem man sein Inventar auf markante Stellen / Gegenstände benutzt, wie beispielsweise den Fotoapparat auf die Gemälde. Dementsprechend ist das Spiel auch dann am frustrierensten, wenn man eine dieser Stellen übersehen hat, was durch das eingeschränkte Licht der Taschenlampe, aber auch durch die Banalität dieser "Schlüssel-Stellen" mal öfter vorkommen kann.

Besonders erwähnen möchte ich den Abfluß auf dem Dach der Schule (ein unscheinbarer schwarzer Punkt auf dem Fußboden) und der verschiebbare Schrank im Lagerraum des Krankenhauses ( Ich dachte das ist Hintergrund-Inventar, zudem: seit wann ist Schieben eine Option ??? ). Ich bin jedenfalls stundenlang umhergeirrt bis ich diese beiden Punkte entdeckt habe.

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sS Hach ja, Silent Hill, das waren noch Zeiten. SH 1 war eins meiner ersten Spiele auf der PS (die ich mir sehr spät geholt habe) und gleich eins, das mich damals total umgehauen hat (Auch wenn hier natürlich eine ordentliche Portion Nostalgie mitschwingt).
Den Begriff "Survival-Horror" hat man damals ja noch gar nicht benutzt, obwohl es von Resident Evil schon zwei Teile gab, als Silent Hill erschien. Und auch wenn wir uns bei Resident Evil öfters mal ne neue Unterhose anziehen mussten, war es doch ein klassischer Grusel-Shooter mit einer eher gewöhnlichen Geschichte.

Was mich bei Silent Hill so gefesselt hat, waren diese ständigen "Was zum Scheiss ist dass denn?!"-Momente.
Direkt beim ersten Gegner-Kontakt in der dunklen Gasse geht man unweigerlich das erste Mal hops, egal was man macht. Die schweißnassen Finger hämmern verzweifelt auf allen Tasten rum, aber keine Chance. Es wird dann zwar ziemlich schnell klar, dass das zum Ablauf gehört, aber im ersten Moment denkt man nur WTF!?
Keine Lebensanzeige, kein Radar. Nur ein rauschendes Radio. Dieses Rauschen... Noch heute sträuben sich die Nackenhaare. Sobald das leise Knistern einsetzte dachte man nur "Scheisse, Scheisse, Scheisse! - Nicht schon wieder!", denn Harry war nur wirklich keine Kampfmaschine.

Und auch wenn die Verfilmung nur mittelmäßig war und die Story irgendwie ziemlich verhunzt wurde ... alleine die Musik zu hören...

Ach ja, noch eine Anmerkung zum zweiten Teil: Der Vorspann geht nahtlos ins Spiel über. Und dieser Moment kann sehr lange dauern...

dS Ich find ja immer noch spannend, dass man in 16 Stunden nur 146 Gegner umnieten kann...

Das wars...
Das wars...

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Screenshots

folgen ...


letzte Aktualisierung: 18.03.2013 |sS|